Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Der Jahreswechsel ist allerorten Anlass für eine Bilanz und Vorschau. Dabei können naturgemäß nur einzelne Gesichtspunkte behandelt werden.
Endlich geschafft – Die Umgehungsstraße ist da
Herausragend für die Bürgerinnen und Bürger im Ort Vechelde und für viele Autofahrer, die durch Vechelde fahren müssen, war im abgelaufenen Jahr ein Jahrhundertereignis: Die Umgehungsstraße wurde dem Verkehr übergeben. Damit ist der Durchgangsverkehr aus dem Ort Vechelde verbannt. Dennoch verbleibt ein hohes Verkehrsaufkommen im Ort. Nach ersten Feststellungen der Geschäfte im Ortskern halten sich Nachteile beim Kundenbesuch sehr in Grenzen. Dennoch dringen wir darauf, dass die zuständige Landesstraßenbehörde zum Beispiel bei der Ausschilderung der einzelnen Ortszufahrten mit Hinweisschildern nachbessert. Außerdem soll in den nächsten Monaten über eine Umgestaltung der Hildesheimer Straße auch mit der Öffentlichkeit gesprochen werden. Bei allen Vorteilen, die durch die Verkehrsverringerung in der ehemaligen Ortsdurchfahrt durch die Umgehungsstraße eingetreten sind, darf nicht vergessen werden, dass insbesondere die Ortsrandsbewohner in Vechelde und Wahle nun täglich an vielen Stunden erstmals neuen Lärmbelästigungen ausgesetzt sind. Die Gemeinde darf die Betroffenen mit ihren Problemen nicht allein lassen. Ich fühle mich an meine Aussagen aus dem Planfeststellungsverfahren gebunden, dass die Allgemeinheit in einem angemessenen Umfang für freiwillige Lärmschutzmaßnahmen sorgt. Vorschläge werde ich hierzu Anfang des neuen Jahres unterbreiten.
Bildungsmaßnahmen stehen an erster Stelle
Der Landkreis Peine hat, angestoßen durch die Gemeinde Vechelde, im abgelaufenen Jahr nicht nur die neuen Schulgebäude des Gymnasiums in Betrieb genommen, sondern darüber hinaus auch für alle Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums eine neue öffentliche Bücherei (Benutzung durch alle Bürgerinnen und Bürger erwünscht) eingerichtet. Für die Verpflegung der GanztagsschülerInnen steht eine neu errichtete Mensa zur Verfügung. Hier wird über einen Mensaverein, in dessen Hand die Organisation liegt, auch dankenswertes elterliches Engagement unter Beweis gestellt.
Mehr und mehr wird auch die frühkindliche Bildung von allen politischen Ebenen aber auch von Erziehern und Eltern als sehr wichtig eingeschätzt. Nach der Einrichtung von Kinderkrippen an den Kindertagesstätten Köchinger Straße und Arche Noah (Mitträgerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Vechelde) wird in diesen Wochen auch am gemeindlichen Kindergarten Bullerbü angebaut. Alle drei Gebäudeerweiterungen werden aus zweckgebundenen Bundesmitteln maßgeblich gefördert. Die Gemeinde Vechelde ist mit diesen Krippenangeboten dabei, wie es die neue Gesetzeslage vorsieht, für 2013 den Anspruch auf Krippenplätze abzudecken. Für ältere Kinder steht weiterhin die Schulkindbetreuung in den Frühstunden und bis in den Nachmittag hinein in Ergänzung zum Schulunterricht nachfragegemäß zur Verfügung.
Sportförderung wird groß geschrieben
Wenn man sich bewusst macht, dass die Gemeinde Vechelde jährlich ca. 400.000 € für Zuschüsse an den Sportbetrieb durch die Übernahme (auch teilweise) von Betriebsausgaben für Sporthallen, Flutlichtanlagen und Sportheimen aus Mitteln des Steuerzahlers zur Verfügung stellt, erscheinen einem einmalige Investitionsausgaben als vielleicht nicht so bedeutend. Dennoch ist die Fertigstellung der Sporthalle Wedtlenstedt mit Unterstützung des ehrenamtlichen Einsatzes und von Spenden des leider im vergangenen Jahr verstorbenen Unternehmers Erich Mundstock für die Gemeinde ein ganz wichtiges Ereignis. Dabei tritt die Vielzahl von kleinen Erneuerungsmaßnahmen bei den Sporteinrichtungen sogar schon in den Hintergrund. Erwähnenswert bleiben natürlich Anbau und Erneuerungsmaßnahmen für das Sportheim in Bodenstedt, die Sporthalle und das Sportheim in Sierße und die mehr als 100.000 € kostende Sanierung der Sporthalle in Vallstedt.
Einrichtungen für Senioren sind unverzichtbar
Nach Fertigstellung des Seniorenpflegeheimes der AWO im Jahr 2008 übernimmt der Wohlfahrtsverband auch das „Betreute Wohnen“ in der neuen Anlage, die von der „Wiederaufbau“ zur Zeit an der Peiner Straße/Ecke Fasanenstraße errichtet wird. Im übrigen erhält die Gemeinde die vorhandenen Dorfgemeinschaftshäuser in den Orten, damit auch die Seniorenkreise eine regelmäßig zu nutzende Begegnungsstätte vorfinden. In Vallstedt gilt der Dank der dortigen Kirchengemeinde, in deren Räumlichkeiten sich dieser Seniorenkreis zusammen findet. Vallstedt hat kein Dorfgemeinschaftshaus, weil – anders als in den anderen Orten – die Grundschule für den Südbereich unserer Gemeinde existiert.
Verkehrsbelästigungen durch Bauarbeiten des Landes und der Deutschen Bahn
Auch negative Zustände gehören in eine Bilanz: Die Landesstraßenbaubehörde und die Deutsche Bahn haben verursacht und verursachen noch bis zum Frühjahr Sperrungen der Landesstraße zwischen Wierthe und Sonnenberg. Wünsche der Gemeinde, die Arbeiten an Straßenbrücke und Bahnbrücke zusammenzufassen, wurden zurückgewiesen mit Hinweisen auf nicht anders zu gestaltende bauliche Abläufe. Die Gemeinde hat das bestmögliche daraus gemacht und für besonders betroffene Bürgerinnen und Bürger Durchfahrtserlaubnisse genehmigt zu bekommen (Vignettenregelung). Ich danke den betroffenen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern für ihre Geduld mit der von der Gemeinde nicht zu beeinflussenden Baumaßnahme.
Im Zusammenhang mit der von dem Bund vorgegebenen Schließung des Bahnüberganges in Vechelde wird gegen Ende des Jahres 2010 mit dem Bau einer PKW-tauglichen Unterführung begonnen. Der Buslinienverkehr muss daraufhin vom Großraumverband Braunschweig neu geregelt werden. Die Gemeinde wird sich dafür einsetzen, bei dieser Neuregelung das Verkehrsangebot für Bettmar und Sierße zu erhalten, die südlichen Ortschaften der Gemeinde besser an den Zentralort anzuschließen und für Wahle eine direkte Anbindung an die Linie Vechelde – Braunschweig zu erreichen. Bei all diesen Maßnahmen wollen wir erreichen, dass auch das erweiterte Einkaufszentrum von allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde über den Busverkehr direkt oder durch taktgenaue Umstiege erreicht werden kann. Da die Maßnahmen mit ihren Mehrkosten von der Braunschweigischen Verkehrs-AG bezahlt werden müssen, wird die Entscheidung auch maßgeblich von dieser Verkehrsgesellschaft der Stadt Braunschweig abhängen.
Feuerwehr ist Pflichtaufgabe
Der Rat der Gemeinde hat einstimmig ein neues Feuerwehrkonzept beschlossen, mit dem im Interesse des Brandschutzes für die Bürgerinnen und Bürger weitere Leistungsverbesserungen verbunden sind. Das Konzept regelt eine Schwerpunktbildung in Vechelde/Wahle, die Stützpunktwehren Vallstedt/Alvesse und Bettmar sowie die Bündelung der Kräfte in den anderen Grundausstattungswehren, zum Teil mit Sonderaufgaben. Die Anschaffung eines Einsatzleitwagens für Vechelde/Wahle im vergangenen Jahr und die im nächsten Jahr stattfindende Anschaffung eines Gerätewagens für die Ortsfeuerwehr Sierße sind Bestandteile des neuen Feuerwehrkonzepts. Ich bin und bleibe ein Anhänger der dörflichen Feuerwehr, weil Feuerwehr mehr ist als Brandschutz und technische Hilfeleistung. Unsere Wehren sind kultureller Bestandteil der Dörfer. Daher wird in der Gemeinde Vechelde nicht die Frage gestellt wie viel Feuerwehrmitglieder brauchen wir mit welcher Ausrüstung an welchem Standort, sondern wir leisten uns nach wie vor die Möglichkeit, dass jeder Bürger, der sich in der Feuerwehr einsetzen will, dazu auch die Möglichkeit erhält. Die Führung der Gemeindefeuerwehr verfügt selbstständig über ein vom Rat der Gemeinde nach Absprache mit Vertretern des Gemeindekommandos bereitgestelltes Budget. Jeder gerecht denkende Bürger und auch jedes gerecht denkende Mitglied der Feuerwehr (über 500) wird die Leistungen der Steuerzahler für das Feuerwehrbudget anerkennen; aber ebenso wie in seinem privaten Umfeld auch hier wissen, dass nicht alles zu jedem Zeitpunkt gleichzeitig geleistet werden kann. Unsere Feuerwehr ist leistungsstark und gut aufgestellt. Hierfür gebührt jedem freiwillig und ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitglied Anerkennung und Dank.
Danke
Auch in vielen anderen Bereichen unseres Gemeinwesens – in Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden – werden vielfältige Leistungen erbracht, die nur durch das ehrenamtliche Engagement unserer Einwohnerinnen und Einwohner möglich sind. Daher spreche ich allen ehrenamtlich Tätigen im Namen unserer Gemeinde großen Dank und hohe Anerkennung aus.
Allen Einwohnerinnen und Einwohnern übermittle ich im Namen von Rat und Verwaltung der Gemeinde Vechelde gute Wünsche für das kommende Jahr 2010.
Hartmut Marotz
Bürgermeister
PS.: ZeitRäume Bodenstedt
Im kommenden Jahr steht ein Bürgerentscheid an, mit dem endgültig darüber entschieden wird, ob das inzwischen von allen Fraktionen des Rates getragene Projekt durchgeführt wird, oder ob die inzwischen teilweise für die Museumspädagogik hergerichtete Hofstelle inklusive des Mobiliars der Allgemeinheit verloren geht. Die für den Gemeindehaushalt anfallenden Betriebskosten werden bei ca. 10.000 € jährlich liegen. Da die Hofstelle und das in ihr stattfindende Projekt „ZeitRäume“ regional bedeutsam ist (hohe Stiftungszuschüsse) und gerade für die Schulen auch in der gesamten Region Braunschweig ein einmaliges Bildungsangebot darstellt, setze ich auf eine sachbezogene Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger.

